QiGong Übungen und Bewegungsformen
QiGong umfasst eine grosse Vielfalt an Übungen und Bewegungsformen. Manche bestehen aus fliessenden Bewegungsfolgen, andere verbinden einzelne Bewegungen mit Atmung, Vorstellungskraft und bewusster Körperwahrnehmung. Wieder andere werden im Sitzen oder sogar ganz in Stille praktiziert.
In meinen QiGong-Kursen unterrichte ich sowohl traditionelle Übungsreihen als auch medizinisch orientierte Formen – von den 8 Brokaten und 5 Tieren über Meridian- und Organübungen bis zu Yi Jin Jing, SitzQiGong und den 6 Harmonien.
Auf dieser Seite findest du einen Überblick über die wichtigsten QiGong-Übungen und ihre jeweiligen Schwerpunkte.
8 Brokate – Ba Duan Jin
Die 8 Brokate (Ba Duan Jin) gehören zu den bekanntesten traditionellen QiGong-Übungsreihen. Der Name bedeutet sinngemäss „Acht Stücke Brokat“.
Die Bewegungen verbinden Dehnung, Aufrichtung, fliessende Gewichtsverlagerungen und bewusste Atmung. Dabei wird der ganze Körper auf unterschiedliche Weise geöffnet und bewegt – von Wirbelsäule und Schultern bis zu Beinen und Becken.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die einzelnen Übungen zudem mit bestimmten Meridianen und Funktionskreisen in Verbindung gebracht. Aus moderner Perspektive lassen sich die 8 Brokate vor allem als ruhige Form von Bewegung, Koordination und bewusster Körperwahrnehmung verstehen. Schwerpunkte: Beweglichkeit · Aufrichtung · Atmung · Koordination · Körperwahrnehmung
6 Harmonien – Liu He Gong
Die 6 Harmonien (Liu He Gong) sind eine fliessende QiGong-Übungsreihe, bei der Bewegung, Atmung und Aufmerksamkeit miteinander verbunden werden. Die sechs Übungen werden ruhig und kontinuierlich ausgeführt und lassen den ganzen Körper in einen gleichmässigen Bewegungsfluss kommen.
Der Begriff der Harmonie beschreibt dabei das Zusammenspiel verschiedener Ebenen: oben und unten, innen und aussen, Bewegung und Ruhe. Durch Gewichtsverlagerungen, Öffnen und Schliessen sowie weiche, kreisende Bewegungen werden Koordination und Körperwahrnehmung geschult.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden die Übungen zudem mit verschiedenen Meridianen und Funktionskreisen in Verbindung gebracht. Im Mittelpunkt steht dabei weniger körperliche Anstrengung als das Zusammenspiel von Struktur, Entspannung und fliessender Bewegung.
Schwerpunkte: Fliessende Bewegung · Koordination · Atmung · Entspannung · Körperwahrnehmung
Yin Yang Hände – QiGong für Balance und Körperwahrnehmung
Die Yin Yang Hände sind eine ruhige, fliessende QiGong-Übungsreihe, bei der die Hände in kontinuierlichen kreisenden und spiralförmigen Bewegungen durch den Raum geführt werden. Bewegung, Atmung und Aufmerksamkeit verbinden sich dabei zu einem gleichmässigen Rhythmus.
Im Mittelpunkt steht das für QiGong grundlegende Zusammenspiel von Yin und Yang: Öffnen und Schliessen, Steigen und Sinken, Spannung und Entspannung, Bewegung und Ruhe. Die weichen Bewegungen schulen Koordination und Körperwahrnehmung und laden dazu ein, feine Veränderungen von Spannung, Wärme und Empfindung in Händen und Körper bewusster wahrzunehmen.
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Praxis mit dem Fluss des Qi und dem Ausgleich von Yin und Yang in Verbindung gebracht. Diese traditionellen Konzepte sollten dabei nicht mit modernen physiologischen Begriffen gleichgesetzt werden. Aus heutiger Perspektive lässt sich die Übungsreihe vor allem als achtsame Verbindung von Bewegung, Atmung und Wahrnehmung verstehen.
Schwerpunkte: Yin & Yang · fliessende Bewegung · Atmung · Koordination · Körperwahrnehmung · innere Ruhe
6 Organübungen – QiGong und die fünf Elemente
Die 6 Organübungen verbinden dynamische Bewegungen mit Atmung, Aufmerksamkeit und Vorstellungskraft. Die Übungen orientieren sich an den fünf Wandlungsphasen der Traditionellen Chinesischen Medizin und den damit verbundenen Organ- und Meridiansystemen.
Jede Bewegung besitzt dabei eine eigene Qualität und lädt dazu ein, unterschiedliche Körperregionen und Bewegungsmuster bewusst wahrzunehmen. Aus Sicht der TCM steht der harmonische Fluss des Qi im Mittelpunkt; aus moderner Perspektive verbindet die Serie Bewegung, Koordination, Atmung und Körperwahrnehmung.
Schwerpunkte: Fünf Elemente · Meridiane · Atmung · Bewegung · Körperwahrnehmung
8 Diamanten – Jing Gang QiGong
Die 8 Diamanten (Jing Gang QiGong) bestehen aus acht klar strukturierten Übungen, die meditative Ruhe mit einer kraftvollen körperlichen Ausrichtung verbinden. Der Diamant steht in der buddhistischen Tradition symbolisch für Klarheit, Beständigkeit und Unerschütterlichkeit.
Im Unterschied zu sehr weichen QiGong-Formen besitzt diese Übungsreihe eine deutlich kraftvollere Qualität. Sie lädt dazu ein, Stabilität und Präsenz zu entwickeln, ohne dabei unnötige Spannung aufzubauen.
Schwerpunkte: Stabilität · Kraft · Erdung · Präsenz · innere Klarheit
Grosser Himmelskreislauf – innere QiGong-Praxis
Der Grosse Himmelskreislauf verbindet sechs ruhige, fliessende Bewegungen mit Atmung und innerer Aufmerksamkeit. Im daoistischen QiGong wird dabei mit der Vorstellung gearbeitet, Qi durch verschiedene Bereiche und Leitbahnen des Körpers zirkulieren zu lassen.
Die äussere Bewegung ist bewusst reduziert. Dadurch rücken feine Körperempfindungen, Atem und innere Ausrichtung stärker in den Vordergrund. Die Praxis bildet damit eine Brücke zwischen bewegtem QiGong und Meditation.
Schwerpunkte: Innere Wahrnehmung · Atmung · Qi · Meditation · fliessende Bewegung
18 SitzQiGong-Übungen
QiGong muss nicht im Stehen praktiziert werden. Die 18 SitzQiGong-Übungen verbinden sanfte Mobilisation mit Atmung, Körperwahrnehmung und meditativer Aufmerksamkeit.
Besonders Wirbelsäule, Schultern und Becken können dabei auch im Sitzen differenziert bewegt und wahrgenommen werden. SitzQiGong eignet sich deshalb auch für Menschen, für die längeres Stehen schwierig ist, und lässt sich sehr gut mit einer Meditationspraxis verbinden.
Schwerpunkte: Sitzen · Wirbelsäule · Mobilität · Atmung · Meditation
Milz-Magen QiGong – 8 Übungen für das Element Erde
Diese acht Übungen widmen sich dem Meridianpaar Milz und Magen, das in der Traditionellen Chinesischen Medizin dem Element Erde zugeordnet wird. Damit verbunden sind traditionelle Qualitäten wie Mitte, Stabilität, Nährung und Erdung.
Die Übungen verbinden Bewegung und bewusste Körperwahrnehmung mit diesen Qualitäten. Sie bieten damit einen körperlichen Zugang zu einem der fünf Wandlungsphasenmodelle der TCM.
Schwerpunkte: Milz & Magen · Element Erde · Erdung · Mitte · Körperwahrnehmung
Niere-Blase QiGong – 8 Übungen für das Element Wasser
Die 8 Niere-Blase-Übungen orientieren sich am Meridianpaar Niere und Blase und damit am Element Wasser der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Viele Bewegungen beziehen Becken, Beine und unteren Rücken mit ein. Gleichzeitig werden traditionelle Qualitäten des Wasser-Elements wie Ruhe, Tiefe und Bewahrung der Lebensenergie in die Praxis aufgenommen.
Schwerpunkte: Niere & Blase · Element Wasser · unterer Rücken · Ruhe · Verwurzelung
Die 6 Heilenden Laute – QiGong mit Atem und Stimme
Bei den 6 Heilenden Lauten treffen QiGong, Atem und Stimme aufeinander. Bestimmte Laute werden mit einer bewussten Ausatmung verbunden und traditionell verschiedenen Organen und Funktionskreisen der TCM zugeordnet.
Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Form der Körperarbeit: Atem und Klang werden nicht nur gehört, sondern als Vibration im eigenen Körper wahrgenommen. Die Praxis verbindet damit Tönen, verlängertes Ausatmen und innere Aufmerksamkeit.
Schwerpunkte: Stimme · Atem · Vibration · TCM · Körperwahrnehmung
Meridian-Dehnen – 12 QiGong-Übungen
Das Meridian-Dehnen besteht aus zwölf Dehnpositionen, die den zwölf Hauptmeridianen der Traditionellen Chinesischen Medizin zugeordnet werden. Die Positionen verbinden achtsame Dehnung mit ruhiger Atmung und bewusster Wahrnehmung.
Aus körperlicher Perspektive werden dabei insbesondere Muskeln, Sehnen und fasziale Strukturen angesprochen. Die TCM beschreibt dieselben Übungen zusätzlich über das Modell der Meridiane und des Qi-Flusses.
Schwerpunkte: Meridiane · Dehnung · Faszien · Beweglichkeit · Atmung
Augen-QiGong – Übungen für Blick und Wahrnehmung
Augen-QiGong verbindet bewusste Augenbewegungen, Wechsel zwischen Nah- und Fernfokus, Palmieren, Entspannung und teilweise Akupressur miteinander.
In der TCM werden die Augen insbesondere mit dem Funktionskreis der Leber in Verbindung gebracht. Aus moderner Perspektive bieten die Übungen vor allem bewusste Abwechslung von Sehgewohnheiten und Entspannung nach längerer Nah- und Bildschirmarbeit.
Schwerpunkte: Augen · Fokus · Entspannung · Wahrnehmung · TCM
Hier würde ich deine bisherigen Aussagen über Sehnerv, Sehschwäche und neuronale Plastizität bewusst nicht übernehmen. Sie sind für eine professionelle Gesundheitsseite zu stark formuliert. Dein aktueller Text enthält diese Behauptungen noch.
12 Daoistische Meridianübungen
Die 12 Daoistischen Meridianübungen verbinden langsame Bewegung, Atmung und bewusste Aufmerksamkeitslenkung. Jede Übung wird einem der zwölf Hauptmeridiane und den entsprechenden Zang-Fu-Funktionskreisen der TCM zugeordnet.
Die Bewegungsqualitäten unterscheiden sich deutlich voneinander: mal fliessend, mal spiralförmig, mal kraftvoller. Dadurch werden die traditionellen Eigenschaften der einzelnen Meridiane nicht nur theoretisch betrachtet, sondern körperlich erforscht.
Schwerpunkte: 12 Meridiane · TCM · Bewegung · Atmung · Daoismus
6 Meridianbewegungen – QiGong mit Schrittstellungen
Die 6 Meridianbewegungen verbinden fliessende Bewegungen des Oberkörpers mit sechs unterschiedlichen QiGong-Schrittstellungen. Jede Übung wird einem der sechs Yin-Yang-Organpaare der TCM zugeordnet – beispielsweise Leber und Gallenblase oder Lunge und Dickdarm.
Durch den Wechsel zwischen geschlossenen und offenen Positionen, Reiterstand, Bogenstand, leerem Schritt und Einbeinstand werden zusätzlich Balance, Gewichtsverlagerung, Stabilität und Koordination geschult.
Schwerpunkte: Meridiane · Schrittstellungen · Balance · Koordination · TCM
Spiel der 5 Tiere – Wu Qin Xi
Das Spiel der 5 Tiere (Wu Qin Xi) wird traditionell mit dem chinesischen Arzt Hua Tuo in Verbindung gebracht und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Bewegungen greifen Charakter und Bewegungsqualität verschiedener Tiere auf.
In der von mir unterrichteten Form begegnen uns Kranich, Hirsch, Tiger, Affe und Bär. Jedes Tier verkörpert eine andere Qualität – von Leichtigkeit und Weite über Entschlossenheit und Lebendigkeit bis zu Stabilität und Gelassenheit.
Schwerpunkte: 5 Tiere · Ausdruck · Bewegungsvielfalt · TCM · Körperwahrnehmung
5 innere Organübungen – stilles QiGong
Die 5 inneren Organübungen kommen weitgehend ohne äussere Bewegung aus. Im Zentrum stehen Atem, Vorstellungskraft und die bewusste Wahrnehmung von Leber, Herz, Milz, Lunge und Nieren.
Dabei wird mit Farben und inneren Bildern gearbeitet, die den Organen in der traditionellen chinesischen Lehre zugeordnet werden. Diese Form des stillen QiGong bietet einen besonders direkten Übergang zwischen QiGong, Visualisierung und Meditation.
Schwerpunkte: Stilles QiGong · Organe · Visualisierung · Atmung · Meditation
12 Organübungen – Medizinisches QiGong
Die 12 Organübungen sind eine vielseitige Form des medizinischen QiGong, die sich an den zwölf Hauptmeridianen und Organsystemen der TCM orientiert. Die Serie verbindet ruhige, meditative Elemente mit dynamischen und teilweise beinahe tänzerischen Bewegungen.
Jede Übung besitzt einen eigenen Charakter. Dadurch werden die zwölf Meridiane nicht nur theoretisch kennengelernt, sondern über Bewegung, Atem und Aufmerksamkeit körperlich erfahrbar gemacht.
Schwerpunkte: 12 Organe · Meridiane · Medizinisches QiGong · Bewegung · Körperwahrnehmung
Rücken-QiGong – Übungen für Wirbelsäule und Haltung
Rücken-QiGong richtet die Aufmerksamkeit gezielt auf Wirbelsäule, Becken und die umgebende Muskulatur. Acht aufeinander abgestimmte Übungen verbinden Mobilisation, sanfte Kräftigung und bewusste Aufrichtung.
Ergänzt werden die Bewegungen durch Wahrnehmungs- und Vorstellungsübungen. Besonders für Menschen, die viel sitzen, bietet Rücken-QiGong eine Möglichkeit, Beweglichkeit, Haltung und Körperbewusstsein bewusst zu schulen.
Schwerpunkte: Rücken · Wirbelsäule · Haltung · Mobilität · Körperwahrnehmung
Yi Jin Jing – Wandlung der Sehnen
Yi Jin Jing bedeutet sinngemäss „Wandlung der Sehnen“. Die heute verbreitete Form umfasst zwölf langsame, kraftvolle Bewegungen, die Dehnung, Körperstruktur, Atmung und konzentrierte Aufmerksamkeit miteinander verbinden.
Die Tradition wird häufig mit Bodhidharma und dem Shaolin-Kloster in Verbindung gebracht, wobei diese Ursprungsgeschichte historisch nicht eindeutig belegt ist. Charakteristisch ist die Verbindung von Kraft und Geschmeidigkeit: Sehnen, Muskeln und fasziale Strukturen werden in langen Bewegungsketten angesprochen.
Schwerpunkte: Sehnen · Faszien · Kraft · Beweglichkeit · Körperstruktur
Nei Yang Gong – Innen nährendes QiGong
Nei Yang Gong bedeutet „Innen nährendes QiGong“ und wurde im 20. Jahrhundert von Liu Guizhen systematisiert. Das System verbindet sanfte Bewegungen mit bewusster Atmung, Entspannung und innerer Aufmerksamkeit.
Charakteristisch sind unter anderem spiralförmige und wellenartige Bewegungen der Wirbelsäule sowie bewegte und stille Übungen. Dadurch richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend von der äusseren Form auf die innere Qualität der Bewegung.
Schwerpunkte: Inneres QiGong · Atmung · Wirbelsäule · Entspannung · Wahrnehmung